Die Umsetzungsphase

Charakteristisch für die Umsetzungsphase ist nach dem Strategie-Modell die Auseinandersetzung mit Funktionen, Regeln und möglichen Technologien zum Social-Media-Einsatz. Also was haben wir bisher? Bezogen auf die Regeln habe ich durch meinen Beitrag zu Social-Media-Guidelines bereits vorweggegriffen. Aber da erst nach der Konzeptionsphase auch die Zielsetzungen und damit verknüpft die Erwartungshaltung an die Beziehung zu den Anspruchsgruppen feststehen und meiner Meinung nach diese in die Guidelines einfließen sollten, ist die Erstellung der Richtlinien zum richtigen Social-Media-Verhalten im zeitlichen Ablauf in dieser Phase anzusiedeln.

Funktionen? Gar nicht so einfach … Funktionen!

Auf Basis der vorher festgelegten Ziele entscheidet man nun, welche Funktionen eine Technologie aufweisen muss, um diese zu erreichen. Li und Bernoff haben Funktionen des Social Web in Bezug zur Technologieausgestaltung gesetzt. Erst wollte ich anhand dieser Darstellung vorgehen, die als Funktionen „Teilhabe ermöglichen“, „Netzwerke aufbauen“, „Zusammenarbeit organisieren“, „Diskussionen anregen“ und „Inhalte verbreiten“ skizziert haben. Diese waren mir in Bezug zur Technologieauswahl erst nicht griffig genug, weshalb ich mir dann andere Aufteilungen herausgesucht habe, um im Anschluss festzustellen, dass ich nicht mehr so leicht auf die Technologien schließen konnte und dieses Modell lediglich eine Einteilung der Funktionalitäten sozialer Netzwerke war, wodurch es sich nicht gut auf das komplette Social Web abbilden ließ, da die Theoriebildung damit unvollständig gewesen wäre. So, nun habe ich genug von meinem Leid zur Theoriefindung geklagt und lege, nachdem ich mich gefühlt einmal im Kreis gedreht habe, mit den Funktionalitäten nach Li und Bernoff los! Obwohl ich das Originalbuch zwar vorliegen habe, ist die Thematik hierin nicht so schön dargestellt, weshalb ich mich hauptsächlich an der Tabelle im Social Media Handbuch von Michelis orientiert habe (siehe S. 40). Darüber hinaus habe ich im Folgenden als Eigenleistung versucht diese Funktionen den Zielsetzungen aus der Konzeptphase zuzuordnen.

Teilhabe ermöglichen

Die Ermöglichung der Teilhabe bezieht sich auf die eigenständige Erstellung von Inhalten durch die  Nutzer. Hierbei müssen also Technologien genutzt werden, die auf User-Generated-Content beruhen. Dies ist ratsam, wenn bei den soziotechnografischen Profilen herausgekommen ist, dass unter der eigenen Zielgruppe ein relativ hoher Anteil an Kreatoren zu finden ist. Ihr erinnert euch doch noch an die sinnbildliche Leiter, oder? Denn die Kreatoren sind die Gruppe auf der obersten Sprosse, also die Aktivsten im Social Web. Folglich will man natürlich, dass sich die Nutzer bei der Teilhabe für das Unternehmen aussprechen, also will man energisieren! (vgl. Michelis, 2012)

Netzwerke aufbauen

Der Aufbau eines Netzwerks bedeutet einfach die Vernetzung mit anderen Menschen über soziale Netzwerke. Im deutschsprachigen Raum ist dies typischerweise Facebook oder im professionellen Einsatz das Karrierenetzwerk Xing. Wie die Ermöglichung der Teilhabe ordne ich das Netzwerken der Energisierung zu, da man im eigenen Netzwerk virale Kommunikationseffekte anfachen kann, so dass sich das Netzwerk erweitert und man weitere Nutzer erreicht. (vgl. Michelis, 2012)

Kollaboration organisieren

Den Austausch von Kunden untereinander zu fördern, indem man eine Zusammenarbeit durch bestimmte Plattformen unterstützt, entspricht voll und ganz der Zielsetzung Unterstützung. Die Zusammenarbeit kann eventuell noch durch eine Forschungs-Community dargestellt werden, wenn diese lediglich darauf ausgerichtet ist, den Nutzern zuzuhören, um daraus einen Erkenntnisgewinn zu erzielen. (vgl. Michelis, 2012)

Diskussionen anregen

Wann will man diskutieren? Natürlich, wenn man lediglich den Dialog entfachen will. Als Diskussionsplattformen gelten Portale wie Foren oder Bewertungsplattformen. Eines der meistgenutzten Beispiele hierfür ist momentan vermutlich Amazon. Bei der Funktionalität „Diskussionen anregen“ wird der Austausch mit dem Kunden über Produkte oder die Marke angestrebt, weshalb ich diese mit der Zielsetzung „Sprechen“ verknüpfen würde. (vgl. Michelis, 2012)

Inhalte verbreiten

Durch die Verbreitung von Inhalten will man seine Themen der Zielgruppe näher bringen und sich mit dieser darüber austauschen. Auch hier wird also der Dialog gesucht, weshalb man diese Funktion wieder der Zielsetzung „Sprechen“ zuordnen kann. Wie kann man nun seine Inhalte am besten verbreiten? Als Beispiele hierfür werden Microblogging-Dienste wie Twitter oder auch Social-Bookmarking-Dienste genannt, wodurch eine schnelle Verbreitung möglich ist. Ich habe mal geschaut, welche es gibt, da ich mich bisher noch nicht sehr viel mit Social-Bookmarking beschäftigt habe. Delicious und Digg gelten als bekannte Vertreter, sind aber englischsprachig. Im deutschsprachigen Raum sieht es diesbezüglich wohl eher mau aus, da diese Dienste wohl nicht so häufig genutzt wurden, gibt es nicht mehr so viele im Vergleich zu früher, wobei ich Webnews noch ganz gut finde. Ansonsten bieten sich eher die bereits erwähnten RSS-Feeds an. (vgl. Michelis, 2012)

Bei der Ableitung der Technologie geben Li und Bernoff den Hinweis, dass man sich auf die Beziehung, welche durch die Technologie ermöglicht wird, fokussieren muss und anhand dieser die jeweilige Plattform auswählen muss. Aufgrund der Schnelllebigkeit der sozialen Medien geben sie ihren Lesern noch eine Anleitung an die Hand, wie man neue Technologien einschätzen kann. Dabei werden fünf Fragen zugrunde gelegt. Wenn man diese alle mit ja beantworten kann, ist die Wahrscheinlichkeit relativ hoch, dass sich eine neue Technologie durchsetzen kann, so Li und Bernoff:

  • Ermöglicht sie es den Leuten, auf neue Weisen Kontakt zueinander aufzunehmen? […]
  • Können die Leute leicht mitmachen? […]
  • Verlagert sie die Macht von Institutionen auf die Leute? […]
  • Erzeugt die Community genug Content, um von Dauer zu sein? […]
  • Handelt es sich um eine offene Plattform, die zu Partnerschaften einlädt? […]“ (2009, S. 43 f.)

Weiterhin weisen die Autoren darauf hin, dass neben diesen Fragen natürlich noch weitere Aspekte zur Beurteilung wichtig sind wie der Datenschutz. Ansonsten kann man anhand dieser Funktionen seine Auswahl in Abstimmung mit den Zielen treffen. (vgl. Li & Bernoff, 2009)

Auch wenn ich jetzt nicht mehr auf die Guidelines eingegangen bin, weil ich wie zu Beginn des Posts bereits festgestellt habe, dass ich dem Strategie-Modell entsprechend die Thematik vorweggenommen habe, will ich zum Schluss nochmal darauf hinweisen, dass ihr nicht vergessen solltet, Regeln zum Social-Media-Umgang festzulegen!

Als nächstes werde ich mich mit der Kontrollphase und damit einhergehend, wie so oft angekündigt, mit Erfolgsfaktoren auseinandersetzen!

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